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Donnerstag, 28. Juli 2016

Sommer vs. Training

Ihr kennt das: Weihnachten ist grad vorbei und auf der Hüfte kann man Braten, Plätzchen und all die anderen Schlemmereien gut erkennen. Spätestens an Silvester wird dann einmal mehr der Plan gefasst, den kommenden Sommer endlich mal wieder in Topform zu sein. Und rubbeldiekatz ist Freibadzeit und aus dem Neujahrsvorhaben ist wieder einmal ein leeres Versprechen geworden. Ich kann mich noch gut an diesen verflixten Kreislauf erinnern.

Sommer ist toll, aber nicht gerade für die Motivation. Im Juli ist es eben einfach zu spät, den Körper für Bikini in Form zu bringen. Bei drückender Hitze tragen wir nunmal wenig Kleidung und können die Schwachstellen unseres Körper nicht mit Pulli und langer Hose kaschieren. Außerdem fällt es bei 40 Grad plus auch schwer, die Motivation für ein hartes Workout aufzubringen und bei enormer Hitze muss man außerdem auch doppelt aufpassen, seinen Körper nicht zu überfordern. Und so sehr ich Sport und Fitnesstraining liebe: so ein Tag bei 30 Grad am See, mit Eis oder einer guten Grillwurst ist schon eine sehr verlockende Alternative.


Fit in den Sommer, fit aus dem Sommer
Und ihr solltet euch diese Tage auch gönnen. Die Sommer bei uns sind meist nicht besonders lang und da ist es völlig in Ordnung, die perfekten Sommertage, die wir haben, auch als Sommertage zu verbringen, im Park oder am See. Aber ich verrate euch eins: wer fit in den Sommer geht, der hat mehr davon. Frühjahr und Herbst sind die besten Jahreszeiten, um eure Fitness in neue Höhen zu pushen. Über den Sommer und den Winter gilt es, den Stand zu halten und Energie zu tanken. Ihr solltet dann nicht komplett aufhören zu trainieren, aber ihr könnt die Anzahl und die Intensität ein bisschen runterschrauben. Der Körper braucht diese Ruhephasen sogar.

Motivation, Ausreden, Überwindung
Das Motiv in der Motivation ist bei uns allen ähnlich. Wir wollen entweder abnehmen, mal so richtig fit werden oder wir arbeiten auf ein konkretes Fitness-Ziel hin. Sich immer wieder neu aufzuraffen ist enorm schwierig und wir finden immer wieder neue Ausreden: zu heiß, zu kalt, Regen, Schnee, Urlaub, Arbeit, und und und .. Ausreden u finden ist die leichteste Übung. Sich selbst immer wieder zu motivieren ist dagegen unheimlich schwer. Aber es geht - und es wird von mal zu mal einfacher. Es gibt keine Wundermittel gegen Trainingsfaulheit, aber es gibt kleine Tricks: druckt euch einen Trainingsplan aus, hängt ihn prominent bei euch zu Hause auf und schreibt ganzt fett ein Starttermin drauf. Hakt die einzelnen Workouts ab und seid stolz auf das, was ihr bereits geleistet habt. Meldet euch für einen kleinen Stadtlauf an. Setzt auch Ziele und erzählt guten Freunden davon. Sie werden euch motivieren und nachfragen, wie es läuft. Und keiner möchte dann negatives zu berichten haben.


Der nächste Sommer beginnt heute
Ganz bald ist der Sommer schon wieder vorbei und dann kommt auch schon der Winter, Weihnachten und schon geht das Spiel von vorne los. Startet heute, und zum kommenden Jahreswechsel habt ihr schon einen guten Vorsprung. Dann könnt ihr an Weihnachten guten Gewissens auch mal eine Praline mehr essen, denn ihr wisst bereits, wie ihr die Kalorien abtrainieren könnt. Mit fittem Körper ist das Leben nicht besser, aber viele Dingen machen gleich doppelt so viel Spaß.
Dienstag, 26. Juli 2016

Written: 50 erste Dates #9

Ich gebe mir wirklich Mühe aber ich schaffe es nicht noch länger im Stall zu bleiben. Ich zücke mein Handy, überlege noch einmal kurz und schreibe dann A. eine Nachricht, dass er gerne los fahren kann. Keine 10min später sehe ich durch unsere riesige Glaswand im Stall die Schweinwerfer von A. seinem Polo. Mit einem breitem Grinsen verabschiede ich mich bei den Mädels und gehe raus in die Dunkelheit. Ich merke, wie ich mich anstrengen muss, dass ich nicht los laufe und freudige Luftsprünge mache. Selbst mein Grinsen muss ich mir verkneifen. Ich kann mir nur zu gut vorstellen, dass das super daneben aussieht. Mit einem riesen Schwung reiße ich die Beifahrertür auf ,,Hey" kommt es aus meinem Mund nur so gesprudelt. ,,Na, alles klar bei dir?" fragt mich A. so lässig wie immer.

Als wir los fuhren, konnte ich mein Glück kaum fassen. Ich treffe mich also tatsächlich mit A. an einem Abend? Das war also keine leere Versprechung? ,,F. ist auch bei meinem Freund. Dann lernt ihr euch endlich mal kennen" reißt es mich aus meinen Gedanken. Ich bin mir nicht sicher ob ich A. gerade mit offenem Mund angucke oder ein neutralen Blick habe. Das einzige was aus meinem Mund kommt ist ein ,,okay". Ich merke wie mir das Blut aus meinem Kopf strömt. Mir wird schlecht. Ich kann das Gefühl nicht einordnen. Es ist neu. Irgendwas zwischen Eifersucht, Angst und Aufregung.


Sein Freund wohnt am Mühlenteich. Dort, wo wir uns am Anfang immer getroffen haben. Das muss ein schlechter Scherz sein. Die Zeit passiert revue in meinem Kopf. Zack. Ich habe alle Bilder und Momente von damals wieder vor Augen und bin vertieft in meinen Gedanken. Ich merke nicht, dass A. schon aus dem Auto gestiegen ist. ,,Kommst du? Wir sind da!" reißt er mich aus meinen Träumen. Ich bin von Natur aus ruhig aber jetzt bin ich noch ruhiger. Ich lerne nicht gerne neue Leute kennen. Schon gar nicht die Freundin von dem Jungen den ich mein Herz geschenkt habe. ,,Du brauchst dir wirklich keine Gedanken machen. Die beiden sind super nett und wenn es dir zu viel wird, dann fahre ich dich nach Hause. Dir soll es gut gehen" sagt A. mit ruhiger Stimme zu mir. ,,Okay" antwortete ich. Die Wohnung von seinem Freund ist sehr klein. Durch die Küche kommen wir in das Wohnzimmer wo auch schon F. sitzt. Mein Herz fängt an zu schlagen, ich bekomme Schweißausbrüche. ,,Hey, ich bin Jasmin" sage ich und setze mich auf das Sofa. Es wirkt nicht wirklich einladend und die Katzen toben um mich herum. F. macht sich Zigaretten und A. beobachtet mich skeptisch. ,,Jasmin du kannst mit F. noch Pizza holen und etwas zu trinken". Ich sage nichts und gehe mit F. zum Auto. Ich sitze hier nun also mit dem Mädchen im Auto auf die ich seit fast 3 Jahren eifersüchtig bin. Die A. verboten hat mit mir Kontakt zu haben und mich aus seinem Leben löschen wollte. Ich versuche etwas mit ihr zu reden. Frage nach wie es ihr geht und was sie beruflich macht. Der typische Small-talk.


Meinen Abend verbringe ich nicht mehr so lange in der Gesellschaft von den drei. Ich fühle mich nicht wohl und möchte lieber wieder zurück in mein Zimmer. In meine gewohnte Umgebung. A. bringt mich nach Hause und fragt ob alles in Ordnung ist. Nein. Nichts ist in Ordnung. Wie soll ich ihm sagen, dass ich gerne mehr Zeit mit ihm verbringen möchte? Das ich Angst habe ihn wieder zu verlieren? Wie soll ich ihm sagen, dass ich immer noch unendliche Gefühle für ihn habe? Natürlich sage ich kein Ton und nicke nur mit dem Kopf. Zuhause angekommen verspricht A. mir sich wieder bei mir zu melden und dass wir uns ganz bald wieder sehen. Ich grinse, nehme ihn noch einmal zum Abschied in den Arm und verlasse das Auto. Mit gemischten Gefühlen gehe ich zur Haustür und atme tief ein und wieder aus..
Montag, 25. Juli 2016

Allein zwischen Pumpern

Frauen sollen mehr Krafttraining machen, das lesen wir nicht nur immer wieder in den diversen Fitnesszeitschriften, sondern wir sehen auch jede Menge von Kraft strotzenden Frauen auf Instagram und Facebook und lernen durch sie, dass Muskeln etwas Tolles sind und die Gewichtscheiben unsere Freunde. Blöd nur, wenn man sich plötzlich allein unter Pumpern befindet und sich der eigene Angstschweiß mit dem säuerlichen Geruch der testosterongeschwängerten Muskelberge um einen herum vermischt ..

Ja, ich bin ehrlich. Der erste Absatz beschreibt meine ,,Karriere" im Fitnessstudio mehr als treffend. Frauen und Krafttraining? Niemals! Ich möchte eine Frau bleiben und nicht aussehen wie ein Mann. Ich gehörte zu den typischen Cardio-Bunnys. Ich erinnere mich also nur zu gut an meine Anfänge zwischen den ganzen Pumpern. So, here we go ..

Schon bevor ich jemanden sehe, höre ich sie. Ein lautes Stöhnen, das mich im Schritt inne halten lässt, denn ich möchte hier nicht mitten in einen hemmungslosen Beischlafakt hineinplatzen. Meine Güte. Genau so stelle ich mir die Tonspur eines völlig übertriebenen Pornos vor. Als erstes fällt mir auf, dass hier nur Männer sind. Ich nehme einen Schluck aus meiner Wasserflasche und stelle dabei fest, dass mich ein Duzend Männerköpfe anstarren. Habt ihr denn noch nie eine Frau gesehen? An ihren Hälsen läuft der Schweiß hinab, runter auf ihre Brust, die dank des XXL-Dekolltees des Muscle-Shirts nahezu komplett freiliegt. Auf dem schwarzen Shirt steht in weißen Lettern ,,Gym Boss" und genau so sehen sie auch aus, die Herren der Schöpfung.


Bei meinem Anblick richten sie sich noch ein Stück mehr auf, nicht etwa, weil sie in mir speziell eine potentielle Partnerin sehen, nein, ganz einfach weil ihnen hier in dieser Hütte voller starker Kerle ihr Unterbewusstsein sagt: Mann! Da! Frau! Du! Zeig! Dass! Du! Bist! Bester! Es ist ein natürlicher Instinkt von ihnen, sich hier als stärkstes Männchen zu präsentieren, das vielleicht nicht allzu viel im Köpfchen hat, aber die breiteste Schulter der ganzem Stadt zum Anlehnen bietet. Diese trainiert sich aber leider nicht von allein - und so machen die Jungs mit ihrem Satz weiter und schnauben und stöhnen dabei besonders laut, so als stemmten sie einen mit einer in den Urlaub reisenden Großfamilie geladenen PKW gen Himmel.

Ich reiße mich los vom Anblick der Adonisse und beginne selbst mit meinem Workout - jedenfalls habe ich das vor. Denn mal abgesehen davon, dass die Stange nicht dort liegt, wo sie hingehört, sind auch die Gewichtscheiben scheinbar in ein Paralleluniversum geräumt worden. Ein alles verwüstender Tornado ist nichts gegen die königliche Selbstverständlichkeit, mit der ein Pumper die von ihm benutzten Gewichte durch die Gegend schleppt und schließlich am Ende seines Training irgendwo fallen lässt. Wenn man Glück hat, findet man das gewünschte Gewicht im Umkreis weniger Meter - wenn man Pecht hat - verbringt man den Großteil seiner Trainingszeit mit der Suche nach 5-Kilo-Scheiben oder 2-Kilohanteln.

Zum einen frage ich mich in solchen Momenten: Wenn die Gorillas hier doch alle so stark sind, wiso schleppen sie dann ausgerechnet die niedrigen Gewichte mit sich herum und nicht die 20-Kilo-Scheiben oder die 8 Kilo Hanteln? Und zum anderen erschließt sich mir die Herausforderung nicht, die das Zurücklegen von Trainingsgewichten offenbar mit sich bringt. In diesem Augenblick wandert wieder ein selig lächelnder, hechelnder Kerl mit zwei Kurzhanteln unter den Armen und einer Langhantelstange in der anderen Hand an mir vorbei, weg von der Freihantelfläche. Nimmt er die jetzt zum Kuscheln mit nach Haus, weil es "so schön" mit ihnen war?



Ich finde noch eine Langhantelstande und entdecke ein paar 2,5 Kilo Gewichtscheiben, die liebevoll hinter mehreren 20-Kilo-Scheiben platziert wurden. Ich kann mir ein Schnauben nur schwer verkneifen und würde dem Trottel, der die Scheiben dort ,,eingesperrt" hat, am liebsten eine reinhauen; doch ich spare mir meine Kraft für die Befreiungsaktion der kleinen Scheiben. Die Pumper beäugen mich stirnrunzelnd dabei, wie ich angestrengt versuche, mir die schweren Gewichtscheiben nicht auf die Füße fallen zu lassen, während sie geradezu entspannt ihre Übungen machen, doch zur Hilfe kommt mir natürlich keiner - schließlich sind sie ja gerade mitten im Satz!

Nachdem ich mich so unsaft aufgewärmt habe, kann ich endlich loslegen - jedenfalls, nachdem ich den Schweißbach entfernt habe, den der Kerl vor mir, der offenbar die Vorteile eines Handtuchs noch nicht ganz erkannt hat, auf der Bank hinterlassen hat. Während ich also damit beginne, ein für die Pumperfraktion vergleichsweise geringes Gewicht nach oben zu stemmen, haben andere ihr Workout für ein Schwätzchen unterbrochen und sich dafür den denkbar besten Platz ausgesucht: Sie stehen in einer Dreiergruppe direkt hinter meinem Kopf und quatschen nicht gerade leise miteinander. Dagegen kommen selbst meine In-Ear-Kopfhörer nicht an, jedenfalls nicht, so lange ich den Ton nicht voll aufdrehe und mir damit mein Trommelfell zerschieße. Genervt lockere ich meine Arme während der Pause aus und ignoriere die amüsierten Blicke der Männer.


Zwei Sätze später stehen sie immernoch da, mit schon abgekühlten Muskeln, aber einem richtig heißgelaufenen Quasselmotor. Als ich mich umdrehe, um an das Klimmzuggerät hinter mir zu treten, guckt mich einer der drei finster an. "Du, ich bin hier noch dran", erklärt er und deutet auf den Eiweißshake, den er auf dem Sitz der Klimmzugunterstützung platziert hat. Shakes sind definitiv die Mallorca-Rentner-Handtücher des Fitnesstudios - neben den schweißgetränkten Handtüchern, die auch gerne mal als Reservierungshelfer missbraucht werden, obwohl weit und breit kein Besitzer zu sehen ist.

Ich ergebe mich dem Testosteron-Wall, der mir von den Tratschtanten entgegenschlägt, und ziehe ohne zu diskutieren von dannen, denn plötzlich frage ich mich, ob hier nicht irgendwo versteckte Kameras stehen. Oder ob RTL2 hier richtig miese Schauspieler ausgesetzt hat, um dem Fernsehpublikum in einer Nachmittags-Reality-Show mal zu zeigen, wie es eigentlich in deutschen Fitnesstudios zugeht und ihnen das Vorurteil zu nehmen, alle Pumper wären leicht beschränkt. Wie das mit dem heutigen Unterhaltungsfernsehen und den ,,Drehbüchern" so ist, natürlich mit genau dem gegenteiligen Effekt.

Während es hinter mir aus der einen Ecke lacht und aus der anderen stöhnt, klaube ich mein Handtuch, meine Trinkflasche, mein Handy und meine Fitnessstudio-Karte vom Boden und verschwinde Richtung Ausgang. Vielleicht war das heute nur ein schlechter Tag.


Montag, 18. Juli 2016

Clean Eating - "Ist das nicht schädlich?"

,,Also das sieht ja nicht so gesund aus", sagt mein Kollege und betrachtet angewidert meinen Smoothie. Spinat, Beeren, Leinsamen und eine Banane haben ihr Bestes gegeben, um zu einem grün-bräunlichen Brei zu verschmelzen. ,,In den USA ist ja eine Frau an Smoothies gestorben, wusstest du das?" Nein, das wusste ich nicht. Und wenn die Gute nicht gerade in einem Schwimmbecken voll mit zermanschten Früchten und Gemüse ertrunken ist, dann zweifle ich doch sehr an dieser Aussage. Ich habe noch nie davon gehört, dass ein Mensch daran gestorben ist, weil er sich an die empfohlene Tagesdosis Obst und Gemüste gehalten hat. Wäre auch etwas ironisch, wo Raucher doch heutzutage locker 90 Jahre alt werden.

Nichtsdestotrotz hat bestimmt jeder, der sich gesund und bewusst ernährt, schonmal einen ähnlichen Spruch zu hören bekommen. ,,Das ist aber nicht gut für den Körper, wenn du auf Fett verzichtest", sagt zum Beispiel eine Freundin zu mir, weil ich keine Lust habe, mir mit ihr eine vor Fett nur so triefende Pizza zu teilen und stattdessen lieber meine Vollkornnudeln auspacke. ,,Ich wette, dass die Pizza dich richtig müde macht", sage ich zu ihr und bekomme ein ,,Na und?" zurück. ,,Nervt dich das gar nicht?", frage ich zurück, denn seit ich mich relativ clean ernähre, hasse ich das Gefühl, wenn mein Körper von Junk-Food träge wird. ,,Ich habe ja heute nichts mehr vor", antwortet sie und schiebt sich das erste Stück in den Mund.


Versteht das nicht falsch! Ich esse hin und wieder auch gerne mal Junk-Food oder lasse es mir gut gehen, weil mein Körper nach einer gewissen Zeit an ,,Clean-Eating" nur förmlich danach schreit. Aber für die meisten - und auch für mich - ist Clean Eating kein Trend und keine Diät, sondern eine langfristige Ernährungsumstellung, die den Körper mit möglichst naturbelassenen Lebensmitteln stärken und fördern soll. Ihr wisst das, ich weiß das - aber Tante Inge zu erklären, wieso ihre Buttercremetorte und die Spätzlepfanne mit Sauerkraut und Schweinshaxe ,,plötzlich" nicht gut für sie sein sollen, würde nur den Dritten Weltkrieg heraufbeschwören.

Und wie sieht dein Frühstück so aus?
Diese Frage bekomme ich sehr oft gestellt. Früher war es immer der Klassiker: Toast mit Nutella. Dann wechselte ich zu Müsli und dann zu Joghurt, Zwischendurch war es auch mal Vollkornbort. Seit längerem esse ich nun zum Frühstück aber immer Alpro Soja Joghurt mit Müsli und den super gesunden Goji Beeren. Das Müsli wechsel ich immer mal wieder. Zur Zeit ist es das Beeren-Müsli von Koro Drogerie. Da sind Maulbeeren enthalten, Erdbeeren, Blaubeeren usw.
Sonntag, 17. Juli 2016

WEEK IN SOME NOTES: KW 28 IN 2016

ENTDECKT
Yoga. Der Hype ist wahrscheinlich schon längst vorbei, aber ihr wisst, für mich sind Dinge nie richtig interessant wenn sie bis ins unendliche gehypet werden. Warum ich das ganze nun mache? Ich gehöre zu den Leuten, die sich absolut NIE dehnen. Nie. Ich habe das auch noch nie ausprobiert. Immer wieder merke ich bei meinem normalen Training wie verkrampft meine Sehnen und Muskeln eigentlich sind. Und weil ich mich mit 40 noch wie eine 20 jährige bewegen möchte, wird nun Yoga gemacht. Ich bin tiefen entspannt danach und meine Muskeln fühlen sich wundervoll an. Wie frisch geboren.


NEW IN 
Vor einigen Tagen habe ich euch hier von der Polar A360 Fitnessuhr erzählt. Ich muss euch etwas gestehen. Ich habe einen Tracker gefunden der mich rundum glücklich macht. Das Design, der Tragekomfort und die Funktionen gefallen mir definitiv noch etwas besser. Jetzt ist es die Fitbit ,,Blaze". Ah und, hat jemand von euch ein Fitbit Konto? Dann könnt ihr mir gerne euren Namen in den Kommentaren lassen oder mir eine Mail schreiben.


 DAUMEN RUNTER
Ich würde von mir selbst behaupten, dass ich ein absolut angenehmer Nachbar bin. Ich höre meine Musik nie so laut, dass sich meine Nachbarn beschweren können. Ich werfe den Staubsauger nie um 7 Uhr morgens am Wochenende an (ihr müsst verstehen, die Wohnungen hier sind sehr Hellhörig). Wenn ich einige Leute zu Besuch habe, kündige ich dies vorher an, mit der bitte sich zu melden wenn es zu laut sein sollte. ABER! Ich habe seit ungefähr 6 Wochen einen neuen Nachbar. Dieser Nachbar bringt mich auf die Palme. Mitte 30. Student. Ich dachte mir ,,okay, der wird ruhig sein" PUSTEKUCHEN! Ich habe das Gefühl neben mir wohnt ein 16 jähriger. Es wird bis Nachts gezockt. Bis 4 Uhr. Und das meine ich ernst. Absolut ernst. Das geht auch nicht leise, nein! Es wird gejubelt, geschrien, geklatscht, gelacht. Alles. Die ganze Palette rauf und runter. Ansprechen und nett darauf hinweisen? Bringt nichts!


I DON'T UNDERSTAND
Diesen Pokémon-Hype! Überall sehe ich Menschengruppen die vor ihrem Bildschirm hängen. Selbst beim Training werden Pokémons gefangen. Ich finde es super, dass so einige Menschen dadurch mehr an die frische Luft gehen aber ich verstehe die Sucht nach dem Spiel nicht. Bin ich die einzige? Mich hat es auch überhaupt nicht gereizt diese App zu haben. Im Endeffekt habe ich sie mir vor 4 Tagen runtergeladen und verstehe den Hype immer noch nicht. Ich habe mein Handy lieber in der Tasche wenn ich spazieren bin oder irgendwohin gehe. Mir ist das absolut ein Rätsel.
Samstag, 16. Juli 2016

Glamour und Gummistiefel

Der Gummistiefel ist das schönste, vielleicht sogar das einzig schöne Geschenk, das die Plastikgesellschaft der Landbevölkerung jemals gemacht hat. Die schlichten Fußkondome sind zwar eine Entschädigung für die hässlichen Kunststoffbahnen, mit denen Heuballen auf herbstlichen Feldern umwickelt werden. Für mich als Kind aber waren Gummistiefel die sinnlichste Art, Nicht-Nähe zur Umwelt zu spüren, die wohlige Geborgenheit eines innen gefütterten Kokons, der zumindet die kälteempfindlichste Extremität des Menschen vor nass-runzeliger Faltigkeit schützt.


Früher war Regen einfach Regen, heute verkünden Meterologen ,,Starkregen" und lösen Panik aus. Sogar Mensschen, die in der Stadt leben, tauchen dann mit Gummistiefeln im Büro auf. Angeblich, um trockenen Fußes zur Arbeit zu kommen. Das mag äußerlich betrachtet stimmen, doch es gibt auch eine innere Nässe. Ja, wir sprechen von Schweißfüßen. In den Fußkondomen entwickeln sie sich prächtig, darüber können auch die neumodischen Muster nicht hinwegtäuschen. Die Luft zirkuliert einfach nicht. Aber bitte nicht falsch verstehen: Auf dem Land sind Gummistiefel eine gute Sache. Dort gibt es Gatsch, Pfützen und hohes Gras. Aber in der Stadt? U-Bahn- und Busstationen sind nie weit entfernt, der Asphalt ist meistens glatt und langmächtige Fußmärsche in urbanen Raum sind bei Regen selten ein Muss.


Aber jetzt mal ehrlich! Wir leben im 21. Jahrhundert und der Klimawandel ist in vollen Gange. Wir haben Juni und in der Lüneburger Heide regnet es. Ein ganz normaler Sommer. Keiner möchte mit den knall roten, gelben oder grünen Fußkondomen durch die Straßen laufen und Mittelpunkt der Erde sein. Gesprächsthema nummer 1 ist man mit den Dingern definitiv auf einem Dorf. Da wo ich her komme. Ich trage Sneakers. Ich trage Sneakers sogar im Winter wenn der Schnee liegt und wenn ich ehrlich bin gehöre ich immer zu den Menschen die mit nassen Füßen leben müssen. Ich bin auch selber schuld, warum trage ich auch Sneakers bei Schnee und Regen? Ganz einfach: Ich finde die Fußkondome, die sich auch Gummistiefel nennen, unerträglich. Bis zu diesem einen Tag. Da stand ich also vor dem Schuhregal und konnte nicht umdrehen. Ich bin nun stolze Besitzerin von Fußkondomen. Von schicken Fußkondomen, wie ich finde. Die machen sich richtig gut in meinem Schuhschrank und meine Füße freuen sich auch über Trockenheit wenn es draußen mal wieder wie aus Eimern regnet.
Donnerstag, 14. Juli 2016

Diese verdammte Angst

Ich finde es paradox: Wir leben in einer Zeit, in der man sein Schlafzimmer, den neuen Lace-BH oder ein Morgen-Selfie postet, aber regelmäßig etwas von sich preiszugeben, wird zur intimsten Sache überhaupt. Wir ziehen uns zwar schon mal vor jemanden aus, den wir über eine App kennengelernt haben, mit unseren Gefühlen blank zu ziehen, empfinden wir allerdings als die größte Entblößung. Damit würden wir uns nur verletzlich und schwach zeigen - und das will heute niemand mehr sein.

Anstatt dessen verrenken wir uns lieber in kryptischen WhatsApp-Nachrichten. Geißeln uns mit Warten und Nicht-schreiben. Im So-tun-als-ob. Schau mal, das macht mir alles gar nichts. Emoticon. Schreibt. Online. Schreibt. Keine Antwort. Es ist eben immer noch einfacher, jemandem auf Instagram zu folgen, als ihm zu sagen, dass man ihn mag. Und wenn alles vorbei ist, dann gib dem Anderen ja nicht die Genugtuung des Entfolgens - damit würdest du nur zeigen, dass es dir etwas ausmacht. Das du fühlst. Dass es dir nicht egal ist. Und das können wir mittlerweile fast besser als Gefühle teilen. Uns gegenseitig zeigen, wie egal wir uns sind. Ach, das war doch gar nichts. Ach, das war doch nur Spaß. Das bedeutet doch nichts. Tut mir leid, wenn du dachtest. Ich kann gerade nicht. Ich hänge noch an. Ich muss jetzt mal.

Wo oft zwar kein Platz mehr für ernstgemeinte Fragen, ehrliche Antworten und ein echtes ,,Du fehlst mir" ist, passt immer noch ein Face-Swap rein. Also sei schon du selbst, aber bitte die entspanntere, beschäftigtere und weniger verliebte Variante von dir. Auch, wenn es in dir vielleicht ganz anders aussieht. Und fordere ja nichts vom Anderen. Man kann eben nichts mehr erwarten. Was erwartest du denn? Was bedeutet heute überhaupt noch etwas? Also halten wir einmal mehr die Klappe. Weil wir so Angst haben. Angst davor, den Anderen zu vergraulen.


Aus Angst halten wir uns zurück - mit Worten, Taten, mit Gefühlen, vor allem aber mit uns selbst. Das ist natürlich klug, weil man dann, wenn es vorbei ist, nicht so tief fallen kann. Und dass es mit großer Wahrscheinlichkeit vorbeigeht, hat uns doch schon die Vergangenheit gezeigt. Wir haben gelernt: Jeder muss auf sich selbst aufpassen, weil das sonst niemand mehr tut. Daraus resultiert, dass wir uns alle nicht mehr wirklich vertrauen. Dass wir obwohl wir innerlich ,,Ja" schreien, ,,vielleicht" sagen. Oder einfach gar nicht mehr zurückschreiben.

Wir denken: Wer nur ein halbes Herz riskiert, wer nur mit einem Fuß in der Verliebtheits-Tür steht, der kann nichts verlieren. Oder zumindest nicht ganz so viel. Etwas gewinnen kann man so aber auch nicht. Denn was soll denn dabei herauskommen, wenn wir alle nur noch als halbherzige Spätantworter herum irren? Vielleicht liegt genau hier das Problem mit dem Verlieben heute: Dass sich niemand mehr schwach zeigen möchte. Dabei bedeutet doch genau das zu lieben  - schwach sein. Und es ist nichts Schlimmes daran. Ganz im Gegenteil. Ich glaube, der der seine Ängste und Gefühle ganz offenlegt, der hat gar nichts mehr zu verlieren.

Wie wäre es also, wenn wir wieder anfangen würden, mehr Acht aufeinander zu geben? Ein bisschen weniger Egal-sein und ein bisschen mehr ,,Es macht mir nichts aus". Das schützt natürlich nicht vor eventuellen Verletzungen, aber zumindest vor Kopfgespenstern abends im Bett, vor dem minütlichen Checken des Handydisplays und vielleicht ja auch vor der Angst. Vor dieser verdammten Angst.
Montag, 11. Juli 2016

Ausnahmezustand: Wir und die Liebe

Where is the Love?
Man kann sie nicht sehen, nicht hören, wir können sie weder schmecken, noch anfassen und trotzdem sind wir - manchmal sogar ein Leben lang - auf der Suche nach ihr: der Liebe. Das Thema Liebe ist ein komplexes und selbst von wissenschaftlicher Seite ein umstrittener Bereich. Verliebtsein oder Liebe - irgendwann kommt jeder von uns an den Punkt, an dem wir uns fragen: Was sind das für Gefühle? Ist es an der zeit das große L-Wort auszusprechen? Oder ist es doch nur eine harmlose Romanze und alles bald wieder vorbei?

Aber was passiert da mit uns, wenn es im Bauch langsam beginnt zu kribbeln? Warum verhalten wir uns mitunter so seltsam, sagen unkontrollierte komische Dinge, stottern oder bekommen nicht ein einziges sinnvolles Wort heraus, wenn wir dem Herzensmenschen begegnen? Zwischen Philosophie, Biologie und Psychologie gibt es viele Ansätze, die versuchen, die Liebe und den Zustand des Verliebtseins zu definieren. Aber was nützen diese trockenen Definitionen, wenn man einmal verliebt, nur noch damit beschöftigt ist, das ganze Umfeld mit aufgedrehter Stimmung, über niedliche Whatsapp-Nachrichten und damit, ob man jetzt schon antworten dürfe oder doch besser die 3-Tages-Regel einhalten solle, zu nerven?


Wann ist es Liebe und wie fühlt sich das an? 
Verliebtsein, ist ein Zustand des Rausches, bei dem wir nicht klar denken können. Wir vergessen zu essen, brauchen kaum Schlaf und sehen trotzdem nach einer durchgemachten Nacht hervorragend aus. Verliebte haben starke Sehnscht nach einander und denken ständig an die Person. Oft konzentriert sich die gesamte Aufmerksamkeit und Energie auf diesen einen Zielmenschen und Bedürfnisse der Freunde und Familie rücken erst einmal in den Hintergrund. Aber Vorsicht, wir könnten ja verletzt werden! Nach dem ersten Hochgefühl steigen schnell Sätze in uns hoch, wie: ,,So eine Geschichte wie damals, will ich nie wieder erleben." Oder: ,,Ist es das alles wirklich wert?" Dieser Ausnahmezustand, dieses Gefühl, das sogar soweit führt, dass auf unsere bis dato tiptop arbeitende Körperfunktionen kein Verlass mehr ist? Das Herz klopft bis zum Hals, einschlafen funktioniert nicht mehr wie gewohnt, Konzentrationsschwäche, Unruhegefühle, Ausbleiben des Hungergefühlst, dieses Kribbeln, das unmöglich von Schmetterlingen im Bauch kommen kann. Und trotzdem da ist.


Und plötzlich ist es Liebe!
Was passiert da im Körper? Ganz einfach: Ein dauerhaftes Verrücktspielen unserer Hormone, der permanente Stress - auch wenn er positiv ist - unter dem der Körper im Zustand des Verliebtseins stehst, wäre auf Dauer zu anstrengend. Unser Körper hat keine Lust auf Dauer-Stress und schaltet sich irgendwann auf einen ruhigeren Modus, um langsam wieder Richtugn Normalzustand zurückzukommen. Das macht er, in dem er die Gefühle der Verbundenheit und Nähe mit dem jeweiligen Partner assoziiert, und zwar nur mit diesem. So spart er sich die ständigen Hormonausschüsse. Der Herzensmensch löst ab sofort die Glücksgefühle aus und ist nicht mehr austauschbar. Entspannung!

Danke lieber Körper! Jetzt haben wir die Möglichkeit eine langfristige Bindung und eine dazu gehörige Liebe entstehen zu lassen. Oder aber wir stellen fest, sobald die Hormone wieder halbwegs den Normalmodus erreicht haben, dass zu wenige Gemeinsamkeiten vorhanden sind, zu wenige Gefühle. Und dann war es eben doch nur ein Blick durch die rosarote Brille, ohne die nun die Realität deutlich erkennbar ist.

Sonntag, 10. Juli 2016

Written: 50 erste Dates #8

Ich beiße mir auf die Unterlippe. Ich kenne dieses Szenario. Genau das haben wir doch schon einmal erlebt. Wir sitzen wieder in seinem Auto. Nur ist es kein Golf 3 mehr sondern ein Polo 6N. Ein blauer. Er gefällt mir gut. ,,Ich durfte immer noch keinen Kontakt zu dir haben. F. wohnt mit mir zusammen bei meinen Eltern. Ich bin dadurch total eingeschränkt aber jetzt werden wir weiterhin Kontakt haben". Ich merke, wie mir eine Träne die Wange runter läuft. Ich wische sie mir weg. A. hat wieder Streit mit seiner Freundin. Es kommt mir fast so vor als wenn ich im falschen Film bin. In die Vergangenheit zurück gesetzt. Warum mache ich das eigentlich mit? Warum lasse ich mich immer wieder darauf ein? A. muss wieder nach Hause und auch ich sollte besser nach Hause gehen, meine Mutter macht sich wahrscheinlich schon Sorgen. Ich nehme meine Sachen, lächle A. noch ein letztes mal zu und steige aus dem Auto. ,,Ich melde mich bei dir" sagt A. noch kurz bevor ich die Tür schließe. Ich erzwinge mir ein leichtes Lächeln dann drehe ich mich um und höre wie er weg fährt. Ich atme tief ein und wieder aus. Ich versuche einen klaren Gedanken zu fassen, dieses Treffen zu vergessen. A. wird sich nicht bei mir melden. Ich kenne das schon.


,,Hey Mama, ich komme erst jetzt, weil ich mich noch mit einem Freund getroffen habe". Mittlerweile bin ich gegenüber meiner Mutter schon offener geworden. Ich tarne A. nun nicht mehr als irgendeine Freundin. Sie hat da auch nichts gegen und geht offen mit der Sache um. Manchmal kommen peinliche Fragen. Ich glaube zumindest, dass sie peinlich sind, aber das scheint normal zu sein. Ich gehe in mein Zimmer, schmeiße meine Schultasche auf den Boden und schnappe mir meinen Laptop. Ich setze mich auf mein Sofa. Ich lasse meinen Laptop dennoch aus und gucke aus meinem Fenster und denke an nichts. Zu groß ist meine Angst, dass ich wieder enttäuscht werde.


Um mich abzulenken fahre ich in den Pferdestall. Ich verbringe meine Tage gerne hier. Hier fühle ich mich sicher und verstanden. Mein Handy klingelt. Ich habe eine SMS bekommen. Von A. ,,Hey, hast du Bock heute Abend mit zu einem Kumpel zu kommen?", ich muss mir die SMS noch weitere 3x durch lesen. Ich kann es selbst kaum glauben, dass A. sich gemeldet hat. ,,Ja schon. Ich bin aber noch im Stall." Habe ich gerade wirklich zugestimmt? Ich bin ein Einzelgänger und bin lieber alleine in meinem Zimmer. Ich habe nur wenige Freunde und bin auch nicht dafür gemacht Freundschaften zu pflegen. ,,Kein Problem! Ich hole dich ab. Melde dich nur wann ich da sein soll". Mein Herz schlägt schneller. Vielleicht setzt es auch für einen Moment aus. Ich fange an zu lächeln, könnte jeden umarmen und durch den Stall hüpfen. Stattdessen reiße ich mich zusammen und widme mich wieder den Pferden..
Freitag, 8. Juli 2016

Über Beziehungsangst

Es gibt Menschen, in die verliebt man sich ganz normal, mit denen hat man normal-gesunde Beziehungen und ebenso normal-dramatische Trennungen (die natürlich schweißweh tun, aber irgendwann in Ordnung sind). Und dann gibt es Menschen, die sind wie Drogen. Von Anfang bis zum Schluss und manchmal noch viel länger. Mit denen fühlt es sich eher nach ,,fall in love" an. Man ist süchtig nach diesen Menschen. Weil sie einen immer wieder herziehen und wegschubsen. Weil sie einem in besonderen Momenten zeigen, was alles möglich wäre, aber diese kleine Welt niemals zum Dauerzustand wird.

Vernünftige Menschen, die einen gesunden Selbstschutz haben, steigen an diesem Punkt (hoffentlich!) aus. Blöd nur, dass ich ganz viele vernünftige Menschen kennen, die diesen Zirkus mitmachen oder mitgemacht haben. Denn jetzt fängt man in der Regel an zu kämpfen. Man strampelt und strampelt, um wieder in diese Welt zu kommen. Versucht zu gefallen, versucht noch besser auszusehen, noch klügere Dinge zu sagen, noch mehr für den Anderen da zu sein, noch mehr Verständnis zu zeigen, weil man denkt: Dann! Dann sieht der Andere mich endlich. Dann verlieben wir uns endlich richtig und die kleine magische Welt, in die ich bisher nur Einblicke bekommen durfte, wird endlich ganz.


Das ist natürlich Bullshit. Zuerst einmal, weil jeder schon toll und gut ist, wie er ist. Weil jeder das große Glück haben wird, jemanden zu treffen, der einen sieht. Und der das, was er sieht, mag. Von Anfang an. Ohne abmühen und kämpfen überzeugen müssen. Aber man ist eben verliebt und macht diese ganzen Dinge mit. Dinge, die ungesund sind und einem nicht gut tun. Dabei ist übrigens interessant sich selbst einmal zu fragen, in was man eigentlich verliebt ist: Ist es wirklich die andere Person und die mehr oder weniger kaputte Beziehung, die man mit demjenigen hat oder eher die Vorstellung und der Wunsch, wie es sein könnte?

Zum Anderen, ist es Bullshit an ein ,,Dann!" zu glauben, weil Beziehungsängstliche ganz einfach nicht anders können. Man kann eben ihnen zum perfekten Supermenschen mutieren, sie werden einen nicht sehen und dauerhaft in ihre Welt lassen. Sie können nur Nähe zulassen, wenn der Andere das gerade nicht möchte oder kann. Man kämpft also ganz vergeblich, weil ein dauerhaftes, gesundes Miteinander niemals, niemals möglich ist.

Beziehungsangst ist ja ein Begriff, mit dem nur so um sich geworfen wird. Jeder hat mittlerweile irgendwie Angst vor Beziehungen. Es war also nie einfacher, diese ernstzunehmende Angst so einfach zu verstecken. Denn heute haben die wenigsten Menschen noch ,,normale" Beziehungen - heißt: gesund, monogam und glücklich. Heute kann man sich als Beziehungsängstlicher hinter vielen tollen Sätzen verstecken, wie ,,Ich komme alleine besser klar", ,,Ich bin noch nicht soweit", ,,Ich will gar keine Beziehung" oder auch ,,Ich weiß es nicht".


Das Gefährliche an diesen Menschen ist, dass man nie ein ,,Ja", aber auch kein ,,Nein" bekommt. Und das möchte man schaffen: Das endgültige Ja. Deshalb sind diese Beziehungen auch so wahnsinnig aufregend und dramatisch. Man denkt, man war noch nie verliebter. Dabei war man noch nie süchtiger. Man verzehrt sich nach dem Anderen und seiner ,,Liebe", weil man nie alles auf Dauer bekommt.

Wie bei einer Droge, an der man nicht kaputt gehen möchte, kann man hier nur eines tun: Aufhören. Ganz. Auch, wenn es unfassbar schwer ist. Und wie bei einem Enzug sollte man versuchen, nicht zu viel über diese Menschen nachzudenken. Sie verstehen sich selbst nicht, es wird einem also nicht gelingen, sie zu verstehen. Und sie werden sich nicht ändern, schon gar nicht, wenn man es von ihnen erwartet. Was man dagegen tun sollte: Alles, was einem gut tut und ablenkt. Rausgehen, in den See springen, mit Freunden dasitzen, bis es viel zu spät ist. Ja, und manchmal hat man dann das große Glück jemanden Tolles zu treffen, der einen mag. Von Anfang an.
Donnerstag, 7. Juli 2016

Was hast du da am Arm?

In Form zu kommen, Gewicht zu verlieren und sich mehr zu bewegen sind hart zu erreichende Ziele. Dabei kann ein kleiner Tracker helfen, der alle Aktivitäten aufzeichnet. In dem Moment, indem du selber sehen kannst, wie viel Bewegung du Tag für Tag und Woche für Woche hast (oder auch nicht), wirst du auch deine Gewohnheiten und Muster erkennen. Schon dieses kleine Bisschen an Information kann dich motivieren, öfter die Treppen zu nehmen oder mit dem Hund eine Extrarunde um den Block zu drehen. Fitnessarmbänder sind intelligent, sehr präzise und tun sehr viel mehr als nur messen, wie viel du täglich gehst. Gepaart mit einem begleitendem Webaccount, einer mobilen App und vielleicht einigen Zusatzgeräten liefern die Fitnessarmbänder dir einen besseren Einblick in die Gewohnheiten, die deinem Lebensstil ausmachen seien es Schlaf, Kalorienverbrauch, Herzfrequenz, Blutdruck und viele mehr.

Optimal sind Armbänder mit einem optischen Pulsmesser, die die Herzfrequenz durch die Haut des Handgelenks lesen können. Herzfrequenzmessung ist momentan ,,König", wenn es um die Funktionen der Aktivitätstracker geht. Eine Pulsuhr in einem Fitnessarmband zu platzieren statt in einem Brustgurt macht einen großen Unterschied im Komfort und bietet den Vorteil, mehr relevante Daten über die eigene Gesundheit und Fitness zu sammeln.


Und für welches Fitnessarmband hast du dich entschieden?
Eine Sache war für mich von Anfang an klar: wenn es ein Fitnessarmband wird, dann eins von Polar. Die sind nicht nur Marktführer sondern gefallen mir optisch auch einfach am besten. Auch vom können haben mich die Polar Uhren schon immer in ihren Bann gezogen. Aus finanzieller Sicht habe ich mir eher Gedanken über eine FitBit gemacht. Durch viele Interneteinträge wurde ich dennoch abgeschränkt, weil kein Armband von FitBit wirklich lange gehalten hat und sie wirkten auch mich auch eher ziemlich ,,zerbrechlich". Im Endeffekt wurde es dann die Polar A360 mit einem weißen Armband.


Was kann die Polar A360?
Der Fitnesstracker ist wasserdicht und der erste, der sowohl einen Pulsmesser fürs Handgelenk als auch die individuelle Polar Trainingssteuerung und 24/7 Activity Tracking in sich vereint. Er betitzt sogar Smartwatch.Funktionen wie Smart Notifications und einen Farb-Touch-Display. Der Polar A360 sorgt dafür, dass du in der richtigen Herzfrequenzzone bleibst, und unterstützt dich beim Erreichen deiner Trainingziele. Egal ob du laufen oder walken gehst, du kannst deine Geschwindigkeit und die Distanz messen. Ganz egal ob Indoor oder Outdoor. Der Fitnesstracker misst Aktivität, Training, Schritte, Kalorien und sogar Schlafmuster. Er beinhaltet außerdem den Activity Guide von Polar, der dich mit motivierendem Feedback beim Erreichen deiner täglichen Zoele unterstützt. Als kleines Gadget kannst du ebenfalls die Armbänder in den Farben schwarz, pink, blau und grün erhalten und nach Lust und Laune wechseln.


Dein Fazit?
Ich war mir sehr unsicher ob ich jemals einen Fitnesstracker haben möchte bzw. überhaupt benötige. Ich habe ihn definitiv am Anfang als reines Spielzeug entschieden und mich gegen einen entschieden. Nach ganz vielen Testberichten musste ich mich dennoch für einen entscheiden. Ich hätte ihn ja immer noch zurück schicken können, wenn ich es als reines Spielzeug ansehe. Die Polar A360 hat mich allerdings vom Gegenteil überzeugt. Ich sehe meinen Fitnesstracker als kleine Motivation. Ich bin am ende des Tages immer etwas enttäuscht, wenn ich mein Tagesziel nicht erreicht habe und stehe am nächsten Morgen viel motivierter auf. Auch wenn ich zu lange gesessen habe, kriege ich eine kleine Nachricht, dass es an der Zeit ist sich wieder etwas zu bewegen. Ich bin wirklich total begeistert und bereue meine Entscheidung überhaupt nicht. 
Mittwoch, 6. Juli 2016

Kopfsache: Mein neues ICH

oder: Wie ich durch Selbsterkenntnis endlich glücklich wurde.

Wann hast du dich das letzte Mal gefragt: ,,Kann ich mich überhaupt verändern? Und wenn ja - wie geht das?" Meine Antwort darauf: Veränderungen sind möglich. Charisma ist erlernbar. Jede Frau kann aus sich heraus strahlen. Ausstrahlung bekommt man nicht geschenkt. Man muss etwas dafür tun. Selbst das schönste Kleid wirkt nicht, wenn eine graue Maus es trägt. Selbst die tollste Frisur verfehlt die Wirkung, wenn die Trägerin nicht strahlt und leuchtet. Lifting, Botox, Operationen und teure Kosmetik wirken zwar immer irgendwie, doch echte Ausstrahlung kommt woanders her. Die kann man sich nicht kaufen. Sie hat etwas mit innerem Frieden zu tun. 
,,Das kann schon sein" denkt ihr euch wahrscheinlich. ,,Aber was mache ich, wenn meine Arbeitskollegen mich mobben. Wenn ich von meinen Mitschülern ausgeschlossen werde? Da habe ich einfach keine Zeit und Kraft, nach meinem inneren Frieden zu suchen. In mir finde ich nämlich nur Stress." Kann ich nachvollziehen. Wirklich. Genau so habe ich auch Jahrelang gedacht. Dennoch möchte ich euch eins näher bringen. Am nachhaltigsten und wirkungsvollsten sind Schönheitskuren von innen.


Schauen wir uns das Wort Selbstbewusstsein doch mal genauer an: sich seiner selbst bewusst sein. Dafür nimmt man sich Zeit. Zeit dafür um sich selbst durch und durch kennenzulernen. Dazu gehören auch unbewusste Dinge. Die sind übrigens oft dafür verantwortlich, dass uns bestimmte Dinge im Leben wie in einer Endlosschleife immer wieder passieren. Einen Frühlingsputz. Nur im inneren. Nehmt das mit Humor. Aber auch bitte mit etwas Tiefgang. Man kann sich nur selbst lieben, wenn man gelernt hat, seine unschönen Seiten nicht abzulehnen oder zu verbergen, sondern sie lieb zu haben. Sie zu akzeptieren. Viele von euch denken sich nun ,,Aha. Das brauche ich nicht. Ich kenne mich sehr gut". Aber ich bin mir sicher, nur die wenigstens wissen alles über sich selbst. Das liegt an unserem "blinden Fleck". Den hat jeder. Bei manchen ist er aktiv. Bei manchen nicht. Der blinde Fleck beeinflusst die Meinung, die du über dich selbst hast. Und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie falsch man mit seiner Selbsteinschätzung liegen kann.


Dienstag, 5. Juli 2016

Wie wäre es mit Dankbarkeit?

Es gibt Probleme auf der Welt, die wir kaum von der Hand weisen können und es gibt First Class problems. Keiner der nicht irgendwas auszusetzen hat, zum Beispiel an seinem Körper: zu dich, zu groß, zu faltig, zu schlaff, Haare zu lockig, zu glatt, Waden zu dünn. Viele regen sich auch sinnlos über den Monat, das Wetter oder aber den Verkehr auf. Andere ärgern sich über Nachbars Katze, wiederrum andere über die Sportergebnisse Sonntagabend. Aber woher kommt diese Unzufriedenheit?

Man könnte meinen die Menschen haben vergessen Dankbar zu sein. Denn verglichen mit dem Resst der Welt, in der es ,,wirkliche" Probleme gibt, geht es uns allen relativ gut. Sehr gut sogar. Aber das Motzen, das scheint einfach Volkssport zu sein.Nörgeln gehört wohl einfach zum guten Ton! Wir sind gesund, die meisten von uns zumindest, haben ein Dach über dem Kopf,  Freunde, einen Job oder Studiumplatz. Wir wissen im Supermarkt oft nicht vor lauter Auswahl welches Lebensmittel nun im Korb landen soll. Oder wohin wir in den Urlaub fahren möchte. Wir haben so viel Auswahl, an allem. Vielleicht macht uns aber genau das so unzufrieden. Weil wir anscheinend nicht zufriedenzustellen sind. Nach immer mehr und mehr lechzen und doch den Hals nicht voll bekommen.

Wir sehen meist nur das was wir nicht haben, anstatt den Fokus auf das zu legen, was wir bereits erreicht haben. Das Gras scheint auf der anderen Seite auch immer grüner zu sein, als bei einem selbst. Ich würde mir mehr Dankbarkeit wünschen, jeden Tag, von jedem einzelnen von euch. Und ein lächeln am Montagmorgen.

Sonntag, 3. Juli 2016

WEEK IN SOME NOTES: KW 26 IN 2016

Daumen hoch 
Für ein wirklich gelungenes Wochenende. Eingeläutet wurde dieses mit dem Geburtstag meiner besten Freundin für die ich auch gerne mal 123km durch die Nacht fahre und natürlich dem Viertelfinale. Ich kann es immer noch kaum fassen und eigentlich bin ich fest davon ausgegangen, dass wir nicht gegen Italien gewinnen werden. Desto mehr freue ich mich über diesen wahnsinnigen Sieg! Ich habe mindestens 10 Herzinfarkte gehabt und 5 Nervenzusammenbrüche. Und wenn man das Spiel mit ca 25 Leuten guckt, ist das nicht gerade vorteilhaft.

SADEST MOMENT
Mittlerweile haben wir Juli und ich weiß absolut nicht was mit dem Sommer los ist bzw. hinter welchem Baum der sich versteckt. Meine Blumen lassen die Köpfe langsam hängen und auch meine Erdbeeren wachsen nicht so, wie ich es gerne hätte. Selbst meine Kaninchen lassen die Ohren noch mehr hängen, als sie es sowieso schon tun, weil sie den Sommer absolut nicht im Garten verbringen können.


TO DO
Dass ich für essen sterben würde und mir diese kleine Lebensqualität nicht nehmen lassen würde sollte einigen von euch klar sein. Allerdings muss ich mich wirklich wieder zusammen reißen und anfangen auf meine Ernährung zu achten und wieder regelmäßig zum Sport zu gehen. Ich habe mich zwar mit meinen paar Kurven abgefunden, aber mit meiner unreinen Haut komme ich definitiv nicht klar und wir werden zu keinem einzigen Zeitpunkt jemals gute Freunde! Das wird immer eine Hass-Beziehung bleiben.

OH MY DEAR
Wenn du mit deinen Freundinnen über deine Zukunft philosophierst und Wörter wie ,,Trauzeugin" und ,,Patentante" fallen bist du definitiv an dem Zeitpunkt angekommen, wo dein Gehirn erwachsen geworden ist oder es zumindest vortäuscht es zu werden. Wenn du dich mehr über ein neues Küchenmesser freust als über eine neue Jeans bist du definitiv erwachsener geworden und hast deine Prioritäten überarbeitet und angepasst. Tja .. that's life


GIRLS TALK
Ich habe definitiv eine junge Familie! Meine Oma feiert dieses Jahr ihren zarten 61. Geburtstag und meine Mutter ist erst stolze 41 Jahre alt oder jung? Sucht es euch selbst aus. Und es gibt Tage an denen ich es besonders liebe eine so junge Familie zu haben. Das sind die Tage wo wir alle gemeinsam zusammen sitzen und über richtigen Mädchenkram reden. Da gibt es absolut keine Momente in denen man lieber im Erdboden versinken würde. Nöp! Alles ganz easy und super hilfreich.

PROUD OF ME
Wirklich spaß macht dir eine Arbeit erst, wenn sie auch dementsprechend belohnt wird. Ich sehe meinen Blog nicht als Arbeit, ganz und gar nicht. Ich sehe ihn immer noch als ein Hobby an. Ich bin aber froh endlich einen Weg gefunden zu haben wie ich diesen führen und gestalten möchte und es zahlt sich aus. Wirklich! Und das motiviert mich definitiv weiter zu machen und es war die beste Entscheidung nicht aufzuhören sondern mit Gedanken zu machen und alles umzukrempeln.

Samstag, 2. Juli 2016

Das Leben mit einem Resting Bitch Face

Es ist 08:30 Uhr und ich sitze in der Schule. Um 08:00 Uhr hat der Unterricht begonnen. In dieser halben Stunde wurde ich von 3 Mitschülern und meiner Klassenlehrerin angesprochen ob denn alles gut sei? Ob es mir gut geht oder ich etwas an die frische Luft möchte? Nein, es ist alles gut. Mir geht es wunderbar.

Zusammen mit meiner Familie sitze ich im Garten. Wir grillen. Zusammen mit einer Bekannten. Meine Oma zieht mich zur Seite und fragt ob denn alles okay mit mir sei. Ob es mir wieder schlechter geht oder ob ich irgendwelche Sorgen habe? Nein, mir geht es gut. Danke.

Ich wundere mich immer wieder über diese Fragen meiner Mitmenschen bis mir bewusst wird was hier wieder vor sich geht. Mein Gesicht spricht erneut eine ganz andere Sprache als mein innerliches. Denn auch ich gehöre zu den stolzen Besitzerinnen eines Resting Bitch Face. Was sich in meinem Alltag gerne mal als Problem erweist. Ich bin ein ziemlich fröhlicher Mensch und denke auch an schöne Dinge, wie jeder andere auch. Das sieht man mir nur nicht immer an. Wenn ich mich mal so richtig entspanne und mein Lächeln ablege, dann habe ich eher einen Gesichtsausdruck, der sagt: Mir geht es nicht gut. Bitte sprecht mich alle an und schenkt mir Aufmerksamkeit. Den Kopf hängen lassen? Das war ich mal. Jetzt nicht mehr. Seinen Kopf hängen lassen ist schwach. Dabei sollten wir ihn oben tragen und stolz sein. Wir sollten immer stolz auf uns sein. Wir leisten jeden Tag großartiges, stellen neue Rekorde auf und wollen immer wunderschön aussehen. High performen. Genau das wollen wir.


Bedanken wir uns doch einfach bei unserer Gesellschaft. Danke an Instagram, Snapchat und Co. Unsere Gesellschaft ist an aufgeräumte Wohnungen mit hochglanz Möbeln gewohnt. An rosige Wangen, strahlende Augen mit einer Wimpernverlängerung. An einen Tellerchen mit sauber geschnittenen Avocados, Wassermelone und Erdbeeren. Dazu ein grüner Tee. Unsere Gesellschaft kommt mit der Realität kaum noch klar und noch weniger mit einem Gesichtsausdruck der alles andere als Zufrieden aussieht. Wenn wir uns durch die Revolution immer mehr anpassen, warum gewöhnen sich unsere Körper dann nicht daran sich anzupassen? Einfach mal zu den strahlenden Menschen auf dieser Welt gehören.

Wisst ihr, ich gebe mir wirklich Mühe. Das klappt nur nicht so ganz. Es sieht viel zu erzwungen aus. Ich habe mir eine Maske zugelegt. Die gibt es überall umsonst. Manche Menschen vergessen sogar diese abzusetzen.  Mir hilft es schon, mich zu schminken. Dann sehe ich wenigstens nicht mehr so krank und müde aus. Mit meiner Maske zeige ich anderen, dass es mir gut geht. Ich möchte nicht, dass sich andere unwohl fühlen, nur weil ich mich gehen lasse. Mich entspanne. Mich und meine Mundwinkel. Mit der Maske geben wir uns alle anders als wir wirklich sind. Ich habe plötzlich lange, tiefschware, volle Wimpern. Habe Augenbrauen und keine Rötungen und Augenringe mehr. Ich sehe frisch aus. Und Probleme? Wenn wir die haben, dann sind es meistens selbstgemachte. Richtige D.I.Y's. Richtige First World Problems. Und auch mein Resting Bitch Face gehört dazu.

Eigentlich sollte es doch wirklich mal klappen ohne Honigkuchenpferd-Lächeln durch die Straße zu gehen ohne dass man direkt einen Zettel mit einem neuen Termin beim Therapeuten in die Hand gedrückt zu bekommen. Ohne, dass man direkt eine höhere Dosis seiner Antidepressiva verschrieben bekommt. Manchmal funktionieren wir eben nicht so, wie wir es sollten. Und gerade deshalb sollte das doch eine Gesellschaft, der es ziemlich gut geht, eben auch mal ertragen.

Freitag, 1. Juli 2016

Written: 50 erste Dates #7

2 Jahre später
Wir schreiben das Jahr 2010. Es ist viel Zeit vergangen. A. habe ich nicht mehr täglich in meinen Gedanken. Immer wieder habe ich versucht Kontakt mit ihm aufzunehmen. Selbst seine Freunde hatten immer weniger Kontakt zu ihm. Auch S. hat den Kontakt aufgegeben. Manchmal habe ich A. vom Schulbus aus in seinem Auto gesehen. Genau in diesen Momenten setzte mein Herz für einen Augenblick aus und zeigte mir ganz offensichtlich, dass es immer noch nicht das Ende ist. Das einzige was ich von A. in all der Zeit hörte war eine kurze Nachricht bei ICQ ,,Hier, hör dir mal das Lied an und gucke dir die Übersetzung an. Ich muss bei diesem Lied immer an uns beide hören" Und genau ab diesem Zeitpunkt begleitet mich das Lied überall hin. Es ist die einzige Verbindung zu A.


1 Jahr später
Heute ist der 20. Januar 2011. Gestern hat sich A. bei mir gemeldet. Er wollte meine Handynummer haben und verabschiedete sich mit den Worten ,,Ich melde mich bei dir". Ich habe genau diese Worte nicht ernst genommen und ihm einfach meine Handynummer gegeben. Ich habe gerade Mittagspause und sitze mit meinen Klassenkameraden im Klassenraum auf den Tischen. In unseren Mittagspausen unterhalten wir uns täglich über sinnlose Dinge. So wie auch heute. Mein Handy klingelt und als ich auf meinen Display gucke, bleibt mein Herz für einen Moment stehen. ,,A. ruft an..", ich hasse es zu telefonieren und überlege vorher immer gründlich ob ich wirklich an das Telefon gehen möchte oder eher nicht. Ich bin nicht ich selbst. Ich überlege keine einzige Sekunde und gehe sofort an mein Handy. ,,Hey, ich bin es. Was machst du?" Ich habe seine Stimme eine halbe Ewigkeit nicht gehört und mein Herz tanzt vor Freude. ,,ähm hey, ich habe Mittagspause und du so?" krächzte ich in mein Handy. ,,Ich stehe unten an der Raucherecke beim Zebrastreifen, magst du kommen?" - ,,Oh äh ja klar, ich komme runter". Ich drücke den roten Hörer, schnappe mir meine Tasche und meine Jacke. Ich laufe die Treppen so schnell runter wie noch nie. Mir ist sofort klar, dass ich die letzten beiden Schulstunden schwänzen werde. Kurz bevor ich am Ziel angekommen bin, bleibe ich stehen. Ich richte meine Jacke, meine Haare. Atme tief ein und wieder aus. Als ich ihn von weiten sehe, fange ich an zu lächeln. ,,Guck dir mal das Topmodel an" ruft er mir entgegen. Ich freue mich A. wieder zu sehen. Wir fahren mit seinem Auto durch die Gegend und erzählen uns viel. Man mag meinen, dass das unsere Routine ist. ,,Warum hast du dich so lange nicht gemeldet?" fragte ich A. erneut und hatte dabei mit meinen Tränen zu kämpfen..